Login:



Online:
0 Benutzer, 17 Gäste
Registriert: 1
Neuester Benutzer: V-I-D
Kontakt
Fehler melden
Regeln / Informationen
Suche

ZEUS    

Zeus     Zeusi's Leben     Grundinfos     Kurse/Trainings     Erfolge



ZEUS – Vom Straßen- zum Familienhund
Ein Hund der sein Leben selbst in die Hand nimmt
© Nadja Mayer




Ich streife gerade durch die Straßen… Wo ich gerade bin? Keine Ahnung. Ist aber eigentlich auch egal. Ich weis nur eines, mir knurrt der Magen und brauche schnell etwas zum fressen. Hunderte Gerüche umgarnen meine feine Nase. Menschen hetzen an mir vorbei, doch keiner beachtet mich. Ich stöbere durch die Mülltonnen auf der Suche ob nicht doch wo was essbares ist. Ich bin auch nicht wählerisch. Ich fresse alles, auch wenn mir meine Nase davor abrät, weil es schon schlecht ist. Egal. Ich muss was fressen. Die Folgen wie zb Durchfall sind mir da egal, Hauptsache ich kann mein Hungergefühl ein wenig stoppen. Manchmal fällt auch von den vorbei laufenden Menschen etwas runter.

 

Es fängt zu regnen an und die Straßen leeren sich. Ich laufe durch den Regen und suche einen Unterschlupf. Auf einmal hält ein Auto. Es kommt jemand auf mich zu. Ich bin irritiert und nervös. Was soll ich machen? Weglaufen? Aber vielleicht hat die Person auch für mich was zu fressen? Er kommt auf mich zu, streichelt mich, gibt mir ein Leckerlis. Dann schnappt er mich und nimmt mich mit ins Auto. Ich bin ganz nervös und ängstlich. Weis nicht was jetzt auf mich zu kommt. Will am liebsten davon laufen, doch ich werde im Auto in einen Käfig gesperrt.

 

Die Fahrt dauert recht lange. Erschöpft rolle ich mich  zusammen und schlafe ein.

 

Als ich wieder aufwache halten wir gerade vor einem Haus wo ich viele Hunde bellen höre. Der Käfig wird geöffnet und ich werde herausgehoben. Ich höre wie sich die Menschen unterhalten. „Ich hab da schon wieder einen Straßenköter – vielleicht können wir den noch hochpäppeln“ Ich werde sofort in einen Raum gebracht, wo mich ein Arzt untersucht. Dann komme ich in einen Zwinger mit vielen Hunden, welche gleich mal auf mich zulaufen und mich abschnuppern. Nervös und ängstlich ziehe ich mich in eine Ecke zurück. Ich beobachte das Geschehen um mich herum.

 

Es geht die Zwingertüre auf, es kommt wer rein und stellt Futter für uns ab.

Er merkt dass ich noch sehr ängstlich bin und legt mir direkt vor der Nase auch etwas zum Fressen hin. Vorsichtig schnuppere ich daran, und fresse es dann. Hmmmh. Die erste richtige Mahlzeit seit langem. In den nächsten Tagen werde ich auch immer mutiger und schließe mich auch dem Rudel an.

 

Hin und Wieder kommen Menschen vorbei und beobachten uns. Manchmal wird dann einer der Hunde aus dem Rudel raus genommen und darf dann mit den Menschen mitgehen? Was die wohl mit ihnen machen? Ich hoffe nichts Schlechtes. Zurückgekommen ist leider noch keiner.

 

Es war wieder einer der Tage wo Besucher vorbei kommen.

 

Ich liege in meiner Ecke und beobachte wieder das Geschehen.

Die anderen Hunde umgarnen die Menschen, wedeln und bellen.

Langsam fasse ich Mut und traue mich hervor. Gehe auf die Menschen zu.

Vorsichtig schnuppere ich an Ihnen.

 

Ein Mann beugt sich zu mir runter, streichelt mich und nimmt mich hoch.

Dann geht er mit mir raus und legt mir Halsband & Leine an.

 

Aufgeregt – nicht wissend was kommt – folge ich dem Mann. Hoffend auf eine bessere Zukunft.

 

Es werden die Formalitäten erledigt dann darf ich mit dem Mann mit.

 

Wir steigen ins Auto. Es folgt wieder eine sehr lange Autofahrt.

Denn es geht nach Österreich. Genauer gesagt nach Wien.

 

Ich bin total aufgeregt. Endlich habe ich ein Heim und einen Menschen der sich um mich kümmert.

 

Leider bin ich auch sehr viel allein. Mein Mensch geht lange arbeiten und Abends wohl noch gern auf einen Trunk. Jedenfalls riecht er sehr nach Alkohol wenn er nach Hause kommt.

Hin und wieder bin ich bei einer Nachbarin, die dann auf mich aufpasst.

 

Ich habe oft Durchfall und fühle mich nicht glücklich.


 

Eines Abends, es ist der 14.9.2009, als mein Mensch heimkommt nutze ich die Chance und laufe bei der Türe raus. Muss ich doch schon so dringend Gassi. Er scheint es jedoch gar nicht  zu merken und macht die Türe hinter mir zu.

 

Ich laufe auf der Straße auf und ab. Überlege was ich tun soll.

Wieder zurück? Hoffend dass er die Türe wieder aufmacht?

Es fangt zum Regnen an. Ich verzweifle. Irre durch die Straßen und suche schließlich Schutz bei einer U-Bahn Station.

 

Die Gedanken überschlagen sich regelrecht in mir. Erinnerungen von früher kommen in mir Hoch. Soll jetzt alles wieder von Vorne beginnen? Soll ich wieder auf der Straße leben?

Wieder hungernd durch die Straßen ziehen?

 

Ich kauere in der Ecke beim U-Bahn-Eingang als ich plötzlich einen ganz angenehmen Geruch wittere. Ich schaue in die Richtung wo der Geruch herkommt. Es ist die Rolltreppe. Aber ich  kann noch nichts sehen. Doch dann bewegt sich die Rolltreppe und ein Pärchen kommt hoch. Irgendwie umgibt mich ein Gefühl der Geborgenheit und ich werde wie magisch von dem Pärchen angezogen.

 

Die Frau blickt auf mich und sieht sich dann irritiert um.

Sie merkt wohl gleich dass da etwas nicht stimmt.

 

Sie kommt auf mich zu und streichelt mich. „ Na kleiner, wer bist du denn? Wo ist denn den Herrli oder Frauli?“

 

Ich schmiege mich an sie.

 

Sie schauen noch eine Weile, doch mein Besitzer kommt nicht. Er merkt wohl noch nicht das ich weg bin.

 

Dann nimmt mich die Frau hoch und sagt zu ihrem Mann. „Wir nehmen ihn mal mit, können ihn doch nicht da so im Regen lassen. Was ist wenn er auf die Straße vor ein Auto läuft?“

 

Phu schreckliche Gedanken.

Ich schmiege mich an sie und hoffe dass sie mich nicht mehr los lässt.

 

Der Weg ist nicht weit. Nach 2  Häuserblöcken sind wird daheim.

Sie nimmt ein Handtuch und rubbelt mich ab. Hmmh.. wie angenehm das doch ist.

Ich folgen den Beiden durch die Wohnung und schaue mich um.

Sie geben mir Wasser und etwas zu Fressen. Eigentlich ur lecker, aber ich bin so nervös dass ich nicht viel Fressen kann.

 

Die beiden melden bei der Polizei und im Tierschutzhaus das sie mich gefunden haben.

Aber ich muss nicht ins Tierheim sondern darf bei Ihnen bleiben und warten ob sich der Besitzer meldet.

 

Beim Tierarzt wird festgestellt das ich zwar einen Chip habe, allerdings sind keine Daten drauf gespielt.

 

In den nächsten Tagen schließe ich immer mehr Vertrauen und fühle mich super wohl.

 

 

Mittlerweile bin ich schon 5 Tage bei den Beiden, als plötzlich das Telefon läutet.

Die Tierärztin meint es hätte sich jemand gemeldet, der eventuell der Besitzer sein könnte und fragt ob sie die  Telefonnummer weiter geben darf.

 

Kurz darauf meldet sich eine Dame am Telefon.

 

Da die Dame weder Chipnummer nennen kann noch mich richtig beschreiben kann, wenden sich meine Pflegebesitzer an das Tierschutzhaus und lassen darüber den Treffpunkt organisieren.

 

Die Dame kommt dann gemeinsam mit meinem Herrchen.

Ich laufe hin und begrüße die beiden.

Doch als die mich dann im Auto mitnehmen möchten, werde ich ganz nervös und unschlüssig. Ist das wirklich was ich will? Eigentlich gefällt es mir bei meinen Pflegebesitzern viel besser. Was soll ich nur machen? Werde ich überhaupt gefragt?

Muss ich mich fügen? Oder kann ich mich selbst entscheiden?

 

Ich winsle und weigere mich ins Auto einzusteigen. Will nur bei meinen Pflegebesitzern bleiben.

 

Die beiden sind schon einen halben Häuserblock entfernt. Was soll ich nur machen. Ich will doch zu Ihnen? Ich belle, weine, winsle und weigere mich wehement.

 

Und dann geschieht es. Es ist wie ein Wunder.

 

Mein Besitzer und die Begleiterin laufen den beiden hinterher und fragen ob sie mich nehmen würden, da ich nicht mehr mit will.

 

Die Beiden sind sehr überrascht über das Angebot freuen sich aber auch total. Schließlich sind wir in den letzten Tagen sehr zusammen gewachsen.

 

Es werden Impfpass und Daten ausgetauscht, dann verschwinden die beiden und ich bleibe bei meinen neuen Besitzern.

 

Freudig schmiege ich mich an sie und wedle dankbar.


 

 

Mein neues Frauli beugt sich zu mir runter und streichelt mich freudig. Dann geht’s heim in mein neues Zuhause.

 

Eine Entscheidung die ich nicht bereue. Die Beiden kümmern sich so lieb um mich.

 

Da ich trotzdem immer wieder Durchfall habe und die Medikamente vom Tierarzt nur kurzfristig wirken, wenden sich die Beiden an die Tierklinik. Ich werde komplett durchgecheckt. Stuhl- und Blutprobe, Darmröngten und Herzultraschall.

 

Es kommt raus, dass ich eine Nahrungsmittelunverträglichkeit habe. Deshalb bekomme ich jetzt immer ein Spezialfutter. Zusätzlich ist noch festgestellt worden dass ich ein leicht zu großes Herz habe, aber das mich nicht sehr stört. Es muss nur alle 1-2 Jahre per Ultraschall kontrolliert werden. Die Ärzte in der Tierklinik meinen sogar dass ich ein richtiges Sportlerherz habe.

 

Das neue Futter wirkt super und mir geht es bestens. Zusätzlich bekomme ich regelmässig auch gekochtes Fleisch z.b. Huhn, Truthahn, Kaninchen vermischt mit Reis, Karotten usw.

Jamm, das ist sooooo lecker.

 

 

Jetzt ist ein Jahr vergangen.

Ich besuche brav die Hundeschule und habe schon viel gelernt.

Mir macht das Lernen total viel Spaß.
Der Arzt aus der Tierklinik soll auch rechtbehalten,
denn ich bin sehr sportlich veranlagt.
Eine meiner großen Leidenschaften ist der Hürdensprung.

 

Seit 1.8.2010 habe ich auch ein kleines Adoptivschwesterchen „Xena“

Anfangs war ich schon sehr misstrauisch und eifersüchtig. Könnten doch Herrli und Frauli Xena lieber haben als mich.

Doch sie zeigen mir täglich aufs neue wie sehr sie mich lieb haben.

Seit 28.1.2012 habe ich noch einen Adoptivbruder "Phönix" bekommen.
Er ist ja total lieb, kann aber auch ganz schön anstrengend sein ;)
Ein kleiner Frechdachs halt...